Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

 
 
 
 
 
 
 
 

Untersuchungen zu transversalen Reduktionsdefekten der oberen Extremität in drei Regionen in Frankreich

Auffällige Häufung von Fehlbildungen der oberen Extremität in Frankreich
Report veröffentlicht am 12. Juli 2019:

Zusammenfassend konnte die multidisziplinäre Expertenkommission in Frankreich Untersuchungsergebnisse veröffentlichen, die keinen Hinweis auf eine tatsächliche Häufung geben.

auszugsweise Übersetzung der französischen Pressemitteilung:

Untersuchungen zu transversalen Reduktionsdefekten der oberen Extremität in drei Regionen in Frankreich

Bericht der Expertenkommission

Um den Familien die Unsicherheit zu nehmen, wurde in Zusammenarbeit mit Public Health France und ANSES ein multidisziplinäres Expertenteam geschaffen, um, ergänzend zu den bereits durchgeführten Untersuchungen, die möglichen Ursachen für die Häufung der beobachteten Fälle, insbesondere die der Umweltexposition, zu untersuchen/zu klären. Der erste Bericht der Arbeitsgruppe wissenschaftlicher Sachverständiger (CES) unter Mitwirkung von EUROCAT-Experten wird nun, nachdem er den Familien der betroffenen Kinder vorgelegt wurde, veröffentlicht.

Die mit Unterstützung von Public Health France und ANSES eingerichtete CES überprüfte alle Krankenakten der in Morbihan und Ain gemeldeten Kinder, die von einem transversalen Reduktionsdefekt der oberen Extremität betroffen sind. In einigen dieser Fälle hat die CES die Diagnose ATMS nicht bestätigt. Die CES gelangt zu dem Schluss, dass es in Ain und der Gemeinde Guidel (Morbihan) keinen "Cluster" (statistisch signifikante zeitliche und räumliche Häufung von Fehlbildungs-Fällen, gemäß der ATMS-Definition) gibt. Weitere Untersuchungen werden jedoch durchgeführt, um mögliche Umweltexpositionen in den angegebenen Fällen von Morbihan zu ermitteln. Die gemeldeten Fällen von Loire-Atlantique werden noch analysiert. Gleichzeitig wurde von ANSES und Public Health France eine umfassende Literaturrecherche (21.000 wissenschaftliche Veröffentlichungen) eingeleitet, um nach derzeit nicht bekannten Risikofaktoren für ATMS zu suchen. Die laufenden Analysen tragen dazu bei, potenzielle Umweltrisikofaktoren besser zu charakterisieren, die nachfolgend Gegenstand eines zweiten CES-Berichtes sein werden.

Bei bekannt multifaktorieller Genese und vielschichtigen Risikofaktoren für ATMS und aufgrund der Seltenheit dieser Fehlbildungen, würde eine umfangreiche epidemiologische Untersuchung mehrere Jahrzehnte dauernde Beobachtungen erfordern, was die CES nicht empfiehlt. Der Wissenschaftsausschuss (WSA) ist der Auffassung, dass das Wissen über die Ursachen von Entwicklungsanomalien, einschließlich Umweltrisikofaktoren, derzeit unzureichend ist, und empfiehlt, die Forschung zu diesem Thema zu verstärken.

Der WSA weist erneut auf die Bedeutung einer präzisen Diagnose von Fehlbildungen hin und empfiehlt, deren Überwachung zu verstärken. Da die Diagnose von ATMS schwierig ist, sollte sie von einem Humangenetiker gestellt werden. Gleichzeitig empfiehlt die CES die Betreuung und Unterstützung betroffener Familien zu verbessern.

Den vollständigen Fachbericht finden Sie auf der Website von Public Health France:
www.santepubliquefrance.fr/media/files/espace-presse/rapport-sur-les-agenesies-transverses-des-membres-superieurs

Pressekontakt

Tel. 01 40 56 84 00

Original-Pressemitteilung und Original-Bericht:
Letzte Änderung: 17.09.2019 - Ansprechpartner: Webmaster
 
 
 
 
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