Medizinische Ernährungsbildung - Projektabschluss

28.07.2026 -  

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Kurzfassung

Hintergrund:
Ernährungsberatung in der pädiatrischen Grundversorgung erfordert neben Fachwissen auch kommunikative und beratungsmethodische Kompetenzen sowie förderliche Rahmenbedingungen. Das Projekt untersucht inwieweit diese bei Kinder- und Jugendärzt:innen sowie assoziierten Gesundheitsfachberufen vorhanden sind und welche Ansatzpunkte geeignet sind, um mögliche Defizite zu adressieren.

Methoden:
In einem mehrstufigen Mixed-Methods-Design (03/2023-06/2026) wurden mittels Literaturrecherche Kriterien für adäquate Ernährungsbildung definiert (Soll-Zustand). Der Ist-Zustand wurde über eine Curriculaanalyse, leitfadengestützte Interviews (n=60) und einen Online-Fragebogen (n=446) erhoben. Im Soll-Ist-Vergleich wurden zielgruppenspezifische Lücken identifiziert. Maßnahmen wurden durch Expert:inneninterviews (n=21) und eine Zielgruppenbefragung (n=100) hinsichtlich Wichtigkeit und Umsetzbarkeit bewertet.

Ergebnisse:
Der Kriterienkatalog umfasst fünf Hauptkategorien: Ernährungswissen, Kommunikationskompetenz, Beratungskompetenz, schriftliche Medien und Rahmenbedingungen. Nur 4% aller recherchierten Bildungsangebote wiesen Ernährungsbezug auf; Beratungskompetenzen waren curricular besonders unterrepräsentiert. Berufsübergreifende Lücken zeigten sich bei Makronährstoffen, Leitlinienanwendung, Motivierender Gesprächsführung und strukturellen Voraussetzungen. Als prioritäre Maßnahmen wurden die verbindliche curriculare Integration in die grundständige Ausbildung sowie die Schaffung präventionsfördernder Voraussetzungen bewertet.

Fazit:
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Ernährungsbildung in der pädiatrischen Versorgung einer gleichzeitigen Stärkung von Fachwissen, Beratungskompetenz und Rahmenbedingungen bedarf. Die curriculare Verankerung sowie eine Veränderung der Rahmenbedingungen wurden als zentrale Ansatzpunkte identifiziert, da freiwillige Angebote von der Zielgruppe als weniger relevant eingeschätzt wurden.

Ein FactSheet mit einem kompakten Überblick über die Projektergebnisse steht zum Download zur Verfügung.

Letzte Änderung: 28.07.2026 - Ansprechpartner: Fehlbildungsmonitoring